Von Senegal bis Santa Monica
Musik von Straßenmusikanten richtet sich normalerweise an ein exklusives Publikum: jenes, das eher zufällig am Standort des Künstlers vorbeikommt. Anders beim Projekt Playing for Change (PFC), das seit 2004 Musiker aus allen Teilen der Welt virtuell vereint.
Das Ziel der Gründer des Projekts war von Anfang an einfach: Sie wollten „inspirieren, Menschen verbinden und mit ihrer Musik Frieden in die Welt bringen“, so die Gründer Mark Johnson und Enzo Buono, die ihre Zusammenarbeit 2004 begannen und gleich für die erste Arbeit „Stand by me“ mit Lob überhäuft und mit 32 Mio. Aufrufen auf Facebook belohnt wurden.
Inspiriert wurden Johnson und Buono durch den Straßenmusikanten Roger Ridley, den sie eher zufällig in Santa Monica trafen. Seine Interpretation von „Stand by me“ diente den Produzenten als Ausgangsbasis für den ersten Song und die Dokumentation „The Playing for Change Foundation“.
Die beiden reisten rund um die ganze Welt und zeichneten mit Hilfe eines mobilen Tonstudios die Interpretationen von verschiedenen Straßenmusikanten auf. Auch renommierte Künstler begannen sich für das Projekt zu interessieren und schlossen sich der Arbeit für das 2009 erschienen erste Album - „Songs Around the World“ dem Projekt an. So ist U2-Frontman Bono in „War/No More Trouble“ zu sehen und zu hören, Sänger und Gitarrist Manu Chao in „One Love“.
Während der Reise und den Dreh- und Aufnahmearbeiten lernten die Produzenten nicht nur die Musiker, sondern auch deren lokales Umfeld näher kennen. Obwohl sie in vielen der besuchten Länder bescheidene Lebensverhältnisse vorgefunden hätten, seien sie oft sehr großherzig aufgenommen worden. Beeindruckt von so viel Freigiebigkeit trotz beschränkter Mittel beschlossen Johnson und Buono den Communitys der Musiker etwas zurückzugeben.
Vernetzte Musikschulen rund um die Welt
Mit der PFC Foundation gründeten die beiden 2008 eine Non-Profit-Organisation, die Musikschulen in Entwicklungsländern finanziert, um so vielen Jugendlichen wie möglich den Zugang zu einer musikalischen Ausbildung zu ermöglichen. Und weil der Erfolg von PFC ganz wesentlich und untrennbar mit dem Internet und der Multimediakommunikation verknüpft ist, arbeitet die Stiftung derzeit auch daran, ein Videoprogramm einzuführen, mit dem die Musikschulen weltweit durch eine Art Intranet verbunden werden. So können die Kinder ihre Musik teilen und gegenseitig voneinander lernen. Egal ob im Senegal oder in Santa Monica.
Quelle: http://www.orf.at/stories/2062440/2062437/ (12.Juni 2011)
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